Wir trauern um

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Johann Schiller


Kondolenzbuch

† 09.06.2014

Ernst Schiller:

Ansprache von HBI Franz Schwarzberger, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wilhering

Liebe Tante Marianne,
lieber Ernst und Rainer mit Familien,
verehrte Trauergemeinde!

Wir sind heute versammelt, um uns von unserem langjährigen Feuerwehrmitglied, ehemaligen Kommandanten und Pflichtbereichskommandanten, Ehren-Hauptbrandinspektor Johann Schiller, für mich Onkel Hans, zu verabschieden. Onkel Hans war ein geselliger, offenherziger, großzüger Mensch, der viel Wert auf seinen geregelten Tagesablauf gelegt hat, aber manchmal auch etwas dickköpfig und stur sein konnte. Meistens aber war er sehr humorvoll, hatte etwas Spitzbubenhaftes an sich und war immer zu Scherzen aufgelegt.
Und diesen Humor hat er auch in den letzten Wochen, in denen er von der schweren Krankheit gezeichnet war, nicht gänzlich verloren. Selbst als wir ihn letzten Samstag noch besucht haben, haben wir über die eine oder andere Begebenheit in seinem Leben gesprochen und er hat noch scherzhafte Kommentare dazu gemacht. Deshalb waren wir auch sehr überrascht und betroffen, als wir kaum zwei Tage später, vom nun doch unerwartet schnellen Ableben von Onkel Hans erfahren haben.

Neben seiner Familie und seinem Beruf hat es für Onkel Hans eine große Leidenschaft gegeben – er war mit Leib und Seele Feuerwehrmann.
Johann Schiller ist mit 21 Jahren, im April 1953, der Freiwilligen Feuerwehr Wilhering beigetreten. Von Anfang an war er mit Überzeugung und großem Eifer Feuerwehrmann. Er absolvierte zahlreiche Lehrgänge und Ausbildungen, nahm an vielen Feuerwehrleistungsbewerben teil und legte 1967 erfolgreich die Prüfung zum Feuerwehrleistungsabzeichen in GOLD, die sogenannten Feuerwehrmatura, ab.
Aufgrund seiner Leistungen wurde er bereits 1963 Zugskommandant und im Jahre 1968 Feuerwehrkommandant-Stellvertreter. Schließlich wurde er 1978 zum Feuerwehrkommandanten gewählt und übte dieses Amt 10 Jahre lang aus. Zusätzlich war er in dieser Zeit auch Pflichtbereichskommandant der Gemeinde Wilhering.
In seiner Zeit als Kommandant wurden die ersten großen Feuerwehrfeste im Sägewerksstadel abgehalten, durch die eine gute finanzielle Basis für die Feuerwehr geschaffen wurde. Dadurch konnte in seiner Funktionsperiode auch ein starke Modernisierung und Verbesserung der Ausrüstung herbeigeführt werden. So wurde der FF Wilhering in diesen Jahren ein Kleinrüstfahrzeug mit Stromaggregat, das erste hydraulische Bergegerät und ein A-Boot zugeteilt. Außerdem konnten ein neues KLF und Tanklöschfahrzeug angeschafft werden.
Kamerad Johann Schiller war als Feuerwehrmann, oft als Einsatzleiter, bei unzähligen Einsätzen dabei und durch nichts aufzuhalten, wenn es galt Hilfe zu leisten. So hat er im Laufe seines Feuerwehrlebens bei den Hochwasserkatastrophen 1954, 1965 und 2002 geholfen, war bei sehr vielen Verkehrsunfällen, Bränden, Unwetterkatastrophen und sonstigen notwendigen Hilfeleistungen im Einsatz. Unter anderem war er Einsatzleiter beim größten Brand der letzten Jahrzehnte, beim Bauerhaus Spießmayr in Appersberg im Jahre 1976.
Oberste Priorität für ihn hatten aber immer die Kameradschaft und der Zusammenhalt in der Feuerwehr. Und neben all den ernsten und arbeitsintensiven Aufgaben, durfte natürlich auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen. In Erinnerung bleiben werden uns auch die eine oder andere Showeinlage, mit der er, Dank seines Humors und seiner schauspielerischen Begabung, für Erheiterung bei manchem Kameradschaftsabend, bei Familienfeiern oder ähnlichen Anlässen sorgte.
Nach seinem Ausscheiden als Kommandant wurde ihm für seine Leistungen der Ehrendienstgrad Ehrenhauptbrandinspektor verliehen. Er übernahm aber noch weiter Verantwortung. So war er über 20 Jahre lang, bis zur Übersiedlung ins neue Feuerwehrhaus, für die Getränkekassa und Versorgung im Feuerwehrhaus zuständig. Diese Aufgabe führte er ebenfalls mit dem für ihn typischen Pflichtbewusstsein und großer Genauigkeit durch. Vor allem nach seiner Pensionierung fuhr er täglich, am Vormittag und am Nachmittag, zur bestimmten Zeit ins Feuerwehrhaus um dort nach dem Rechten zu sehen und war gar nicht erfreut darüber, wenn sein gewohnter Tagesablauf durch andere Termine gestört wurde. Auch die Treffen am Samstagvormittag mit den Feuerwehrkameraden waren für ihn ein Pflichttermin, den er bis vor wenigen Wochen, solange es seine Gesundheit zuließ, immer gerne wahrgenommen hat und so war er auch immer über das Geschehen in der Feuerwehr informiert.

Für seine Leistungen wurde E-HBI Johann Schiller zahlreiche Auszeichnungen verliehen von denen ich nur einige erwähnen kann:
-Es wurden ihm Erinnerungsmedaillen für die Katastropheneinsätze anlässlich der Hochwasser 1954, 1965 und 2002 verliehen,
-Er hat das Feuerwehr –Verdienstzeichen des Bezirkes Linz-Land in GOLD, das Feuerwehrverdienstkreuz des Landes OÖ III. Stufe, Verdienstzeichen des Österr. Bundesfeuerwehrverbandes II.-Stufe erhalten.
- Als höchste Auszeichnung wurde ihm im September 1990 das „Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich“ verliehen.
Zuletzt konnten wir ihm voriges Jahr bei der Florianimesse noch die Ehrenurkunde für 60 jährige Mitgliedschaft bei der Feuerwehr überreichen.

Wir wollen Johann Schiller als pflichtbewussten, geradlinigen, humorvollen Kameraden in Erinnerung behalten und einfach DANKE sagen. Alls Zeichen des Dankes und Anerkennung nehmen heute Abordnungen des Bezirksfeuerwehrkommandos, der FF Edramsberg und Schönering an der Begräbnisfeier teil.

Im Namen der Feuerwehr möchte ich Dir, T. Marianne, und allen Angehörigen unsere Anteilnahme aussprechen und ich wünsche euch viel Kraft in diesen schweren Tagen.
Lieber Onkel Hans – Die Kameraden der Feuerwehren werden dir immer ein ehrendes Andenken bewahren.

Gut Heil und Ruhe in Frieden!

Geschrieben am 14.06.2014 um 11:39

Ernst Schiller:

Predigt von Altabt P. Gottfried beim Begräbnis:

Liebe Familie des Verstorbenen, liebe Trauergäste! (Koh.3; Mt 28, 1ff)
Alles, was unter dem Himmel geschieht, hat seine Zeit – sagt die Hl. Schrift – Geboren werden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit. – Lachen und Weinen, Schweigen und Reden, Sich suchen und sich verlieren hat seine Zeit. - Es ist nun die Zeit, Abschied zu nehmen: Die Gattin von ihrem Mann, die Kinder und Enkel von ihrem Vater und Großvater, und viele von einem lieben Bekannten, Freund, Berufskameraden und Nachbarn. Wie viele Erinnerungen steigen auf, wenn der Abschied kommt. In 82 Lebensjahren ereignet sich so vieles. Alles hat seine Zeit: 1932 die Geburt des 7-Monate-Kindes mit der großen Sorge der Eltern: Wird das Kind überleben können. Er wurde nach der Geburt notgetauft. Die ersten Kindheitsjahre in Leonding-Hart-Isidor, wo der Vater im Landwirtschaftsgut Melker war. Dann 1936 die Übersiedlung nach Wilhering. Im Meierhof des Stiftes fand der Schiller-Vater eine neue Anstellung und die Familie im Braunspergergut eine erste Bleibe. Dann hat die Familie Schiller ihr eigentliches Daheim gefunden im Leberbauer-Haus – jetzt Pfleger. Die Arbeit im Meierhof und die kleine Landwirtschaft, die zum Haus gehörte, hat der Familie mit fünf Kindern das nötige Auskommen ermöglicht. Die fünf Kinder: die ältere Schwester Berta – die behindert war, dann Franz, Johann, Maria und Ludwig. Die Familie hat eisern zusammengehalten – gerade auch in der schwierigen Kriegszeit. Die Mutter – Berta Schiller – war die Seele der Familie – und sie hat ihren Kindern viel mitgegeben, Familiensinn, ein tiefes Gemüt und einen lebendigen Glauben. Johann hat hier in Wilhering die Volksschule besucht, dann die Hauptschule in Linz. Er war auch lange Ministrant. Die Zeit des Nationalsozialismus und die Kriegszeit haben die jungen Leute aufregend und herausfordernd erlebt. Dann kam das Ende des Krieges und die Begegnung mit der amerikanischen Besatzungsmacht. Alles hat Spuren hinterlassen, vor allem bei einem so aufgeweckten und erlebnishungrigen jungen Menschen wie Hans einer war. Sehr wichtig wurde für Hans die dreijährige Lehrzeit als Fernmeldemonteur in Granz, wo er Kontakt zu Kameraden aus anderen Bundesländern gefunden hat – es sind hier Freundschaften für das Leben geblieben. 1952 konnte er die Schule abschließen und er wurde Vertragsbediensteter als Fernmeldemonteur in Linz. Er hat damals im Zizacker-Haus gewohnt und dort mitgearbeitet. Ab 1960 wurde er Angestellter im Außendienst bei der Post und Telegrafengesellschaft im Bezirk Linz Land, uns war für verschiedene Orte – unter anderem auch für die Kaserne Hörsching zuständig. Das Telefon wurde damals für viele ein unverzichtbares Mittel der Kommunikation. Wenn es eine Störung gab, war der Fernmeldemonteur gefragt. Er war in der ersten Zeit mit dem Fahrrad unterwegs, dann mit dem Motorrad und schließlich mit dem Auto. Er war angesehen und gesucht – als um die 90-iger Jahre ein verheerender Blitzschlag weite Teile des Telefonnetzes lahm legte, war er sehr gefordert – er hat damals für seinen Einsatz auch ein Goldenes Verdienstzeichen erhalten. In den 45 Dienstjahren hat Hans den großen Aufbruch der Telefonie erlebt – aber gegen Ende der Dienstzeit – 1993 – hat die Digitalisierung des Nachrichtenwesens begonnen – und damit eine neue Epoche.
Neben seinem beruflichen Weg war sein persönlicher, privater, familiärer Weg. Er hat 1965 seine Frau Marianne geheiratet. Sie konnten eine Wohnung im neuen Wohnblock in Ufer beziehen. 2 Söhne: Ernst (1967) und Rainer (1971) wurden geboren. Die Familie war dem Hans sehr wichtig – dass die Seinen ein gutes Daheim hatten. Er war für Ordnung, aber auch für ein familiäres Klima. Auch seine Enkelinnen haben ihn als liebevollen Opa sehr verehrt.
Johann Schiller hat über seine Familie und seinen Beruf hinaus viele Interessen und auch Begabungen gehabt, die er im gesellschaftlichen Leben eingebracht hat. Die Feuerwehr war eines seiner großen Anliegen. Er war am Fußballplatz daheim, war Hobby-Fischer, war beim Sparverein, er war ein begabter Theaterspieler und hatte in großes Unterhaltungstalent. In seiner Pension wurde ihm sein Wochenendhaus am Donauweg besonders wichtig, wo er mit der Familie, aber auch mit Freunden und Nachbarn viele schöne gesellige Stunden erlebt hat. Hans hat bei allem eine klare Linie gehabt. Ordnung im Leben war ihm wichtig. Er war auch ein tief gläubiger Mensch, dem der Sonntagsgottesdienst heilig war. Alles hat seine Stunde: Auch das Gebet und der Gottesdienst. Er hat viele schöne und erfüllende Stunden erlebt, aber er musste auch manche harte Prüfungen bestehen. Die letzten Jahre sind für ihn nicht leicht gewesen: Schlaganfall, Krankenhausaufenthalte. Man hat ihn nie klagen gehört. Er hat das Leben so genommen, wie es kam. Er ist sich bewusst gewesen: Ich habe viel Schönes erlebt, eine lange Lebenszeit war mir geschenkt. Er hat es auch angenommen, als es schwerer wurde, und als er Hilfe gebraucht hat. Er hat sich auch sehr bewusst für den letzten Weg vorbereitet. Eine Woche vor seinem Tod hat er die Krankensakramente empfangen - gefasst und bereit, den Weg hinüber zu gehen, wenn die Stunde gekommen ist – im Glauben, dass es nicht ein Abschied für immer ist, sondern ein Vorausgehen in die ewige Heimat. Hans wollte auch daheim sterben – in seiner vertrauten Umgebung – im Kreis seiner Familie. Der Herr hat‘s gegeben, der Herr hat‘s genommen, der Name des Herrn sei gepriesen – diese Worte Hiobs waren auch seine Einstellung.
Wir nehmen nun Abschied von Johann: In dankbarer Erinnerung für das, was er war, und für das Gute, das er vielen getan hat. Alles hat sein Zeit: Viele schöne Stunden, auch die Trauer des Abschied. Wir vertrauen darauf, dass alles Gute bleibt, dass uns die Liebe weiterhin verbindet, und dass wir uns einmal wiedersehen werden. Amen.

Geschrieben am 14.06.2014 um 09:44
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